VIER - Eine Einführung von Hans Weingartner
4 Stunden am Tag. So lange sieht der Mitteleuropäer im Durchschnitt täglich fern. Eine Einführung von Hans Weingartner »
Mit der Zahl 4 hat alles begonnen.
4 Stunden am Tag. So lange sieht der Mitteleuropäer im Durchschnitt täglich fern.
Als ich diese Zahl eines Morgens in der Zeitung las, konnte ich es erst nicht glauben. Das konnte einfach nicht stimmen. Rechnen wir mal 8 Stunden für Schlafen, 8 Stunden für Arbeiten, 1 Stunde für den Weg von und zur Arbeit, 1 Stunde für Nahrungsaufnahme und -abgabe, 1 Stunde für die elementare Körperpflege. Es verbleiben: 5 Stunden. Moment mal: Das würde ja bedeuten, der Mitteleuropäer verbringt 80% seiner Freizeit vor dem TV-Gerät. Das bedeutet: 1 Stunde am Tag zum Leben.
Ich las den Bericht noch mal gründlich durch. Hatte ich mich auch nicht verlesen? Nein. Hier stand es schwarz auf Weiß. 4 Stunden. Sofort kamen die alten Bilder hoch: blasse Zombies vor blauen Röhren sitzend, ferngesteuert, nur noch entfernt an menschliche Wesen erinnernd.
Aber das Thema ist doch durch, dachte ich als Nächstes. Neil Postman, fernsehfreier Tag, Mamas Stimme im Ohr („Fernseher aus!“). Wir haben jetzt Internet, neue Medien, W-LAN, Youtube – Fernsehen ist tot. Nimmt doch keiner mehr ernst.
Falsch gedacht. Der Fernsehkonsum steigt von Jahr zu Jahr. Wir hofften wohl wir könnten das
Thema loswerden, indem wir nicht mehr drüber reden, nicht mehr drüber nachdenken. Hat leider nicht funktioniert.
Ich legte die Zeitung weg und dachte nicht mehr daran. Doch es war so wie mit allen Themen, die etwas tief drinnen in dir auslösen: sie lassen dich nicht mehr los. Nur wie einen Film darüber machen? Ist zu dem Thema nicht schon alles gesagt worden? Und in welcher Form? Eine Mediensatire? Gott bewahre. Film im Film oder Fernsehen im Film, wer will das noch sehen. Das gab es schon in allen Variationen.
Wieder in der Zeitung, auf einer anderen Seite, wurde es dann üblich die Fernsehquoten des
Vortages zu zeigen. Als Medienarbeiter liest man die natürlich. Moment Mal, dachte ich eines Tages, woher kommen diese mysteriösen Zahlen eigentlich? Woher wollen die verdammt noch mal wissen wer gerade was guckt? Und was bedeuten diese winzigen kryptischen Bildunterschriften unter den Zahlen? Ich informierte mich und begegnete einer magischen schwarzen Box. Der Quotenbox.
Als altem Verschwörungstheoretiker war mir natürlich sofort klar, dass ich einer gigantischen
Verschwörung auf der Spur war. Schon konnte ich ihren kalten Atem spüren. Dieser schwarze Kasten verspottete uns, gaukelte uns etwas vor. In Wahrheit saßen Männer in dunklen Anzügen in Hinterzimmern und bestimmten täglich unser geistiges Schicksal, planten die allumfassende Gehirnwäsche. Kauf dich glücklich, geh zur Arbeit, zahl deine Steuern, klau nicht im Supermarkt, respektiere Uniformen, den Reichen geht’s auch nicht besser. Sie programmieren uns wie Roboter, sie steuern uns fern mit dieser bläulichen Bestrahlungsmaschine. Die Fernbedienung lag nicht in unserer Hand, sie lag ganz woanders.
Ich hörte mich um. Niemand hatte so eine Box zu Hause. Niemand kannte jemanden, der so eine Box zu Hause hatte. Niemand kannte jemanden der jemanden kannte, der so eine Box zu Hause hat. Dabei wissen wir doch von friendster.com, dass über 4 Ecken jeder Erdbewohner den anderen 14 kennt. Warum werden die Adressen geheim gehalten? Warum werden nicht einmal Berufe und soziale Schichten der Testfamilien preisgegeben? Es war sonnenklar: Die Boxen existieren gar nicht.
Ein packender Verschwörungsthriller war schnell geschrieben. Die Drei Tage des Condor (1975) waren ein Scheiß dagegen. Die Seiten flogen nur so aus meinem Drucker.
Doch als ich am nächstem Tag unter einem Berg Papier aufwachte, hatte ich einen dieser
Erleuchtungsmomente: wenn an der Sache was grundfaul war, wäre es irgendwann in 30 Jahren aufgeflogen. Millionen von Enthüllungsjournalisten weltweit sind doch Tag und Nacht auf der Jagd nach genau dieser Story. Dafür würde es Pulitzer Preise regnen.
Das Quotenerfassungssystem war altmodisch und nicht besonders genau, und gerade etwas
außerhalb der Norm lebende Leute wie Sie und ich werden trotz ihrer enormen Kaufkraft nicht
erfasst, aber es konnte kein organisierter Betrug sein. Zum Glück hatte ich mir gerade diesen
Papierschredder angeschafft, der beim Zerkleinern so ein angenehmes Geräusch machte.
Und zum Glück gibt es mittlerweile .doc Dateien. Denn Wochen später kam das Problem zur Lösung oder umgekehrt, ich glaube ich stand gerade unter der Dusche. Die alte revolutionäre Taktik! Mach die Stärke des Systems zu seiner größten Schwäche. Dreh den Spieß um.
Unser System funktioniert subtiler als zu Zeiten der großen Diktatoren. Das Diktat ist unsichtbar geworden. “Dschungelcamp“ statt Stasi. „Der Arzt der die Frauen versteht“ statt Wochenschau.
Mach kaputt was dich kaputt macht hatten wir schon. Wirf die Glotze aus dem Fenster würde
höchstens Sony & Samsung Rekordumsätze bescheren, ist außerdem nicht elegant genug. Revolution muss heute Stil haben.
Also klickte ich neben „Wiederherstellen“ auf Quotenterror.doc und schrieb den zweiten und
dritten Akt des Exposes um. „Wir machen was ganz anderes“, sagt Pegah, „wir tauschen die Boxen aus und machen die Quoten selber.“
Die große Utopie. Der geistige Frühling. Wir sind (doch) klug. Menschen die wieder leben anstatt sich ihr Leben in 2D vorleben zu lassen. Wer bist du denn da neben mir auf dem Sofa? Mein Sohn? Bist du groß geworden! Oh was ist denn das für ein Haufen zusammengeheftetes Papier, und warum sind die Seiten durchnumeriert? Diese attraktive Frau im Treppenhaus, wohnt die auch hier? Vielleicht sollten wir mal spazieren gehen. Was, du machst auch unbezahlte Überstunden? Unser Chef fährt eine 20 Meter-Yacht und wir nur Straßenbahn? Er spielt Golf und wir nur Channelhopping? Wir sollten etwas unternehmen.
Jeden morgen um drei werden die Quoten-Daten mittels einer vorsintflutlichen Technik von den Testfamilien übers Telefon an die Zentrale geleitet. Falls das mit den Boxen tauschen also nicht klappt, gibt es Alternativen. Aus meinen Hackerzeiten wusste ich wie einfach es ist, in eine Festnetzleitung zu kommen.
Jedenfalls wurde mir klar dass man der Absurdität des selbst gewählten geistigen Niedergangs,
besser gesagt des selbst gewählten Unglücks, nur in satirischer Form beikommen konnte. Mit dem Stichwort „Unterschichtenfernsehen“ gab mir Dirty Harry den weiteren Fortgang der Handlung vor.
Eine kleine Elite kann die Massen nie befreien, das wissen wir spätestens seit der russischen
Revolution. Die Unterschicht kann sich nur selbst aus der geistigen Versklavung retten. So kamen Bernd, Gopal, Harry, Sebastian und Karl-Heinz ins Spiel. „Lass uns mal machen“, sagen sie zu Rainer.
Sich selbst an den Haaren aus dem Sumpf ziehen, das hat im Film immer schon wunderbar
funktioniert. Und in der Realität? Wir werden sehen.
An dieser Stelle möchte ich Rainer aus einer alten Drehbuchfassung zitieren: „Wir haben die
Menschen aufgerüttelt, das ist schon viel wert. Was sie jetzt draus machen, bleibt ihnen
überlassen.“
Mal sehen was passiert.
Zitate zur TV-Landschaft
Wir amüsieren uns zu Tode. Ein Sammlung von Zitaten zur TV-Landschaft »
„Ich wollte im Gegensatz zu den anderen beiden großen Privatsendern allein auf Qualität setzen.“ Roger Schawinski, ehemaliger SAT.1-Geschäftsführer, über seinen Ansatz, in: ZEIT-Magazin Leben, Nr. 34/2007 v. 16.8.2007
„Unser Fernsehapparat sichert uns eine ständige Verbindung zur Welt, er tut dies allerdings mit einem durch nichts zu erschütternden Lächeln auf dem Gesicht. Problematisch am Fernsehen ist nicht, dass es uns unterhaltsame Themen präsentiert, problematisch ist, dass es jedes Thema als Unterhaltung präsentiert.“ Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode, New York 1985
„Wenn ein Amerikaner 18 ist, hat er im Schnitt 32 000 Morde im Fernsehen gesehen, bei Kabelanschluss sogar mehr. […] Und wenn Sie 32 000 TV-Morde intus haben, beschäftigt sich Ihr Gehirn zwangsläufig damit, ob Sie es wollen oder nicht.“ Hirnforscher Manfred Spitzer, Kinder lernen besser ohne Computer, Tagesspiegel, 22.05.07
„Zu viel Medienkonsum macht unsere Kinder dick, dumm und gewaltbereit“ Manfred Spitzer, Vorsicht Bildschirm, Stuttgart 2005
„Fernsehen ist so eine Art geistige Neutronenbombe. Das Gehirn wird weggestrahlt, aber der Kopf bleibt stehen.“ Oliver Kalkofe
„Am Fernsehen interessiert Politiker vor allem, wie sie selbst reinkommen.“ Barbara Nolte, Wir wollen da rein, Tagesspiegel, 24.08.2006
„Als Letztes sah ich [in der Auswanderer-Soap ‚Mein neues Leben’] ein schwules Pärchen aus der Nähe von Hannover, das in der Karibik kellnern wollte, wobei der eine nicht wusste, dass man dort einer Fremdsprache mächtig sein sollte. Deutsches Fernsehen ist toll.“ Harald Schmidt, "Mit Late Night bin ich fertig", in: Der Spiegel, Nr. 25/2007
„Kein Mensch hatte geglaubt, dass das jemand wieder sehen will. Und dann hat es für drei Jahre gereicht. Die Dritten Programme der ARD haben sich hinterher in den Arsch gebissen, dass sie es nicht selbst gemacht haben, denn die hatten ja ursprünglich die Rechte.“ Herbert Feuerstein über die Neuauflage von „Was bin ich?“ in: Ein beinahe zärtlicher Hass, Tagesspiegel, 15.2.2007
„Meine große Spezialität: Ich kann von allem ein bisschen. Nichts richtig.“ Stefan Raab in: Süddeutsche Zeitung Magazin v. 31.03.2006
„Die Menschen in Schöne Neue Welt leiden nicht daran, dass sie lachen, statt nachzudenken, sondern daran, dass sie nicht wissen, worüber sie lachen und warum sie aufgehört haben, nachzudenken.“
Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode, New York 1985
„Nicht nur Desperate Housewives und Lost waren so viel besser, cleverer geschrieben und aufwendiger produziert als alles, was wir aus unserer eigenen Küche anzubieten hatten. Bei einer genaueren Analyse erwiesen sich auch andere amerikanische Angebote deutschen Serienprodukten bei Weitem überlegen, und dies betraf nicht nur unseren Sender, sondern ebenso RTL und die Öffentlich-Rechtlichen.“
Rüdiger Schawinski, ehemaliger SAT.1-Geschäftsführer, über das Scheitern seiner Serie „Blackout“, in: ZEIT-Magazin Leben, Nr. 34/2007 v. 16.8.2007
»Das ganze Fernsehen besteht aus Kopieren. Kopieren ist die höchste Kunst des Fernsehens. Aber: Man muss aufpassen, dass es in den Zuschauerkreis passt. Man sollte mehr auf Europa schauen als auf die USA.« Helmut Thoma, Tagesspiegel, 14.10.2004
„Arbeitslose sehen im Schnitt täglich 5 Stunden und 17 Minuten fern, anderthalb Stunden mehr als der Durchschnitt der Bevölkerung. Sie schauen gern Talkshows und Reality-Serien; sie informieren sich eher bei RTL aktuell als bei der Tagesschau.“ Holger Gertz, Deutschland von unten (III): Das Leben vor und in der Glotze, in: Süddeutsche Zeitung, 18.04.2005
„Dass arme Kinder heute größere Chancen haben, auch seelisch und moralisch zu verkommen, ist ein Skandal, der erst allmählich ins allgemeine Bewusstsein dringt. Wir erleben das Aufkommen einer medialen Klassengesellschaft, wo die einen staatlich geprüftes Jugendkino sehen und danach vielleicht zum Buch greifen, während die anderen mit Zombie-Movies verstört werden.“ Gustav Seibt, Das Paradox von blödelnder Masse und Bildungselite - Schlampe ’06, Süddeutsche Zeitung, 28.4.2006
„Serien mit komplexen, verschachtelten Erzählstrukturen schrecken ab.“ Rüdiger Schawinski, ehemaliger SAT.1-Geschäftsführer, über das Scheitern seiner Serie „Blackout“, in: ZEIT-Magazin Leben, Nr. 34/2007 v. 16.8.2007
„Das Fernsehen ist dabei, unsere Kultur in eine riesige Arena für Showbusiness zu verwandeln. Es ist natürlich möglich, dass wir das am Ende ganz herrlich finden und es gar nicht mehr anders haben wollen. Genau das hat Aldous Huxley vor fünfzig Jahren befürchtet.“ Neil Postman, Wir amüsieren uns zu Tode, New York 1985
„Im Seichten kann man nicht ertrinken“ Helmut Thoma, RTL-Geschäftsführer, 1991
Interview mit Hans Weingartner
Den Berghinaufwandern - Ein Interview mit Hans Weingartner »
• Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Film gekommen?
Ich liebe Verschwörungstheorien. Als ich eines Tages in der Zeitung las, dass „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ die beste Tagesquote hatte, dachte ich mir: das kann doch einfach nicht stimmen. Und dann: was wenn diese Quote gar nicht stimmt? Was wenn das eine Verschwörung ist, mit der versucht wird uns absichtlich zu verblöden? Wieso habe ich in meinem Leben noch niemanden kennen gelernt, der so eine Box zu Hause hat, oder der jemanden kennt, der so eine Box hat? Bei meinen Recherchen hat sich dann tatsächlich herausgestellt, dass das Messsystem gravierende Schwächen hat.
Gleichzeitig stört mich schon lange, dass wir alle seit Jahren den geistigen Verfall unserer Gesellschaft beobachten, aber nichts dagegen tun. Stattdessen gilt Schwachsinn als cool, vor allem in meiner Generation. Die neuen Helden sind Menschen, die in ihrem Leben noch kein Buch gelesen haben.
Es gibt Untersuchungen die belegen, dass der Wortschatz der Menschen immer kleiner wird. Aus Briefen vom Anfang des 20. Jahrhunderts wissen wir, dass man sich damals wesentlich gewandter ausdrückte und eine reichhaltigere Sprache pflegte. Auch „einfache“ Leute interessierten sich für komplexere Themen wie Politik oder Wissenschaft. Es gab eine lebendige Diskussionskultur.
Dummheit ist gefährlich. Dummheit ermöglicht eine totalitäre Gesellschaft.
„Die wollen die Gesellschaft spalten. Eine kleine Elite hat Zugang zu Wissen und damit auch Macht. Die große Masse, Gamma Minus, wird dumm gehalten. Der können Sie dann auch erzählen, dass die Juden an allem Schuld sind, oder dass wir in den Irak einmarschieren müssen…“ Phillip im Film
In Die fetten Jahren sind vorbei ging es um das materielle Auseinanderdriften unserer Gesellschaft, inFree Rainer – Dein Fernseher lügt um das geistige. Und das Bewusstsein formt das Sein bekanntlich ebenso wie das Sein das Bewusstsein.
• Woher kommt dieser Trend ihrer Meinung nach?
Die Idee der „Volksbildung“ aus den Revolutionen des 18. und 19. Jahrhunderts, welche ja die Basis der modernen Republik darstellen, wurde mittlerweile fast vollständig aufgegeben. Gerade Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten haben nur das Fernsehen, um sich zu informieren. Sehen Sie sich nur den Zustand unserer Bibliotheken oder Schulen an. In Berlin haben wir die höchste Polizeidichte der Welt, aber die Schulen in der Stadt verrotten, die Lehrer werden schlecht bezahlt und es gibt kaum Betreuer für sozial benachteiligte Jugendliche. Dem an der Macht stehenden Bürgertum ist die Wahrung seines Besitzes wichtiger als die Förderung des Bildungsniveaus der Bevölkerung. Ein Fehler, der verheerende Konsequenzen haben kann, wie die Geschichte schon mehrfach bewiesen hat.
• Warum behandeln Sie diese Thematik anhand des Mediums Fernsehen?
Weil es das dominante Medium unserer Zeit ist. Der Mitteleuropäer sieht durchschnittlich vier Stunden Fernsehen am Tag. Und weil es die besten Möglichkeiten einer visuellen Umsetzung bietet.
• Wo sehen Sie die Hintergründe für die „Quotenfixiertheit“ der Medien?
Wir leben in einer ökonomischen Weltordnung. Wertvoll ist, was Geld bringt. Doch die totale Ökonomisierung des Geistes, auf die wir zusteuern, wird letztendlich zur Abschaffung desselben führen. Der kleinste gemeinsame Nenner führt zur Herrschaft des Primitiven.
• Wäre es theoretisch möglich, die Einschaltquoten zu manipulieren?
Sicher, wenn man sich die Adressen der Testfamilien besorgt, wäre das kein Problem, aber darum geht es nicht, sondern um die Schwächen bei der Erhebung. Es stehen keine Boxen bei Ausländern. Jene 20% der Deutschen, die keine GEZ bezahlen, werden nicht erfasst. Zweitgeräte werden nur zu einem Bruchteil erfasst, also auch kaum Jugendliche. Es gibt viele Schwachstellen. Warum die Werbewirtschaft das einfach so hinnimmt, ist mir ein völliges Rätsel. Ich habe mit vielen Verantwortlichen gesprochen, der Tenor lautet: es war schon immer so, es gibt nichts anderes.
• Was würden Sie wirklich sehen wollen?
Ich persönlich schaue mir im Fernsehen fast nur politische Reportagen und Naturdokumentationen an. Und ich liebe Fußballübertragungen, wie ich gestehen muss. Kinofilme sehe ich mir ausschließlich im Kino oder auf DVD mit Beamer an, denn die haben meiner Meinung nach im TV nichts verloren. Einen Kinofilm im Fernsehen zu zeigen ist wie eine Oper in einer Eckkneipe aufzuführen.
• Wollen Sie mit Ihren Filmen nicht auch viele Zuschauer erreichen?
Doch. Aber ich kritisiere ja nicht die Quote an sich, sondern die Heranziehung der Quote als vorrangiges oder sogar einziges Maß bei der Gestaltung von medialen Inhalten. Was vielen Leuten gefällt, muss noch lange nicht schlecht sein. „Qualität ist nicht nur etwas für wenige Auserwählte“ sagt Rainer im Film. Doch ich beginne meine Filme nicht mit der Frage „Wie kann ich möglichst viele Zuschauer machen“, sondern mit der Frage „Was will ich erzählen?“. Es geht also darum, wo man die Prioritäten setzt.
Gleichzeitig lege ich Wert darauf, dass meine Filme auch von Leuten verstanden werden, die nicht zehn Jahre studiert haben. Man kann auch unterhaltsame Inhalte herstellen, ohne flach zu werden, aber das ist anstrengend und teuer. Da jedoch in der deutschen Fernsehbranche ein enormer Kostendruck herrscht, wird dort in erster Linie nach dem Motto „billig und massentauglich“ produziert. Konkret heißt das dann, dass die niedrigsten Instinkte und Triebe angesprochen werden, denen sich kein Homo Sapiens entziehen kann. Sex, Gier, Eifersucht, Gewalt und Neid. Selbst ich bleibe beim Zappen durch die Kanäle hängen, wenn eine nackte Frau gezeigt wird. Das sind meine biologischen Triebe, dagegen kann ich mich nicht wehren. Die Verbindung zwischen dem Stammhirn und dem Finger an der Fernbedienung ist kürzer als die zur Großhirnrinde.
• Außer dem offensichtlichen Thema, worum geht es für Sie noch in „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“?
Um die Überwindung der Einsamkeit. In meinen Filmen geht es meist um sensible Außenseiter, die in der Gesellschaft nicht zu Recht kommen. Sie treffen dann andere Außenseiter und schließen sich mit denen zu einer Gruppe zusammen, in der sie nicht mehr einsam sind.
Das System der Marktwirtschaft tendiert dazu, die Menschen zu vereinzeln: drei Menschen, die alleine wohnen, brauchen auch drei Kühlschränke. Und die kapitalistische Antriebsfeder des permanenten Wettbewerbs funktioniert nur, wenn jeder für sich lebt. In meinen Filmen versuche ich, Gegenstrategien zu entwerfen. Wie Rainer diese Gruppe der Underdogs befreit und ihrem Leben Sinn gibt, steht im Kleinen dafür, was die Revolte der Gruppe in der gesamten Gesellschaft bewirken soll. Die Unterschicht befreit die Unterschicht vom Unterschichtenfernsehen, diese Idee fand ich irrsinnig romantisch.
• Erklären Sie die Entwicklung der Hauptfigur Rainer.
Rainer ist dieser egomanische Medientyp, der nur für sich selbst lebt. Er fühlt sich nicht nur innerlich hohl und leer, sondern er kommt auch äußerlich mit der virtuellen Plastikwelt, in der er lebt, nicht zurecht. Er fühlt sich tot und bekämpft dieses Gefühl mit Drogen. In gewisser Weise steht er damit für den modernen Menschen.
Das einschneidende Erlebnis des Unfalls verhilft ihm nach und nach zu der Erkenntnis, dass er nicht nur sein Leben, sondern vor allem sich selbst ändern muss, um glücklich zu werden. Pegah als seine Mentorin macht ihm klar, dass sein Zwang, andere Menschen zu kontrollieren und zu manipulieren, allein aus der Angst entstand, nicht geliebt zu werden, und dass paradoxerweise genau dieses Verhalten letztendlich dazu führte, dass seine schlimmste Angst wahr wurde. In einem schrittweisen Heilungsprozess lernt er, sich anderen Menschen zu öffnen und ihnen zu vertrauen. In diesem Fall sind das die Langzeitarbeitslosen und Pegah. Dafür bekommt er sehr viel zurück. Das gemeinsame Projekt gelingt und er wird endlich geliebt.
Welchem Konzept folgte die audiovisuelle Gestaltung des Films?
Die Entwicklung der Figuren ist hauptsächlich in den Gesichtern der Darsteller zu lesen, aber wir haben natürlich auch gestalterische Elemente gesetzt. Die Farben gehen von kühl zu merklich wärmer. Der Schnittrhythmus wird beschaulicher, die Kamerabewegungen fließender. Die Schauplätze werden naturnäher, erdiger und lebendiger. Die Musik geht langsam von rein elektronisch zu einem Instrumentalsound über. Das Szenenbild ändert sich von glatt und geometrisch zu organisch und detailreich. Wir sehen also auch gestalterisch einer Menschwerdung zu.
• Wer sich Ihre Geschichten ansieht, findet eine Vorliebe für Träumer, die die Gesellschaft verändern wollen.
Ich denke mal, die spiegeln mich selbst wieder… Ich träume selbst diesen Traum, mit meinen Filmen etwas verändern zu können. Das ist meine Motivation, Filme zu machen. Wenn ich nichts bewegen könnte, käme es mir sinnlos vor. Wenn Leute nach dem Weißen Rauschen zu mir kamen und meinten: „Jetzt verstehe ich endlich meinen schizophrenen Bruder“ hat mich das sehr gefreut. Oder wenn Psychologieprofessoren sagten: „Danke für diese Szene, damit kann ich meinen Studenten zeigen, was in so einem Menschen vor sich geht.“ Und wenn Die Fetten Jahre sind vorbei im Kino fast 900.000 Zuschauer hat, dann beweist das, dass die Menschen noch nicht komplett im Schwachsinn und Zynismus versunken sind und man sie noch erreichen kann. Dieser und andere Filme haben vielleicht dazu beigetragen, dass politische Themen wieder „in“ sind. Das bestärkt mich, in dieser Richtung weiterzumachen.
• Könnte man „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ als „modernes Märchen“ bezeichnen?
Das Märchen liegt zu weit weg von der Realität, ich bevorzuge den Begriff Utopie. Für mich ist es eine moderne Utopie. Das beinhaltet, dass ich die Revolte, die die Gruppe in dem Film durchführt, so schön finde, dass ich zumindest glauben möchte, dass sie Realität werden könnte.
• Welchem Genre würden Sie den Film zuordnen?
Ich glaube, die Leute haben keine Lust mehr auf Genres. Hollywood verschläft da wie schon Ende der 60er eine Entwicklung. Auch den Begriff Genremix mag ich nicht. Es geht hier um die Auflösung von Genres. Genres haben ausgedient. „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ soll also mehr sein als nur ein Mix aus Drama, Komödie, Satire und Thriller. Es ist wie auf der Tanzfläche: die Leute tanzen nicht mehr zuerst Walzer, dann Foxtrott, dann Salsa. Verschiedenste Elemente aus allen Stilen werden zum individuellen Stil kombiniert und zwar so, dass die Kombination nicht mehr auftrennbar ist und der Stil somit zu etwas Neuem wird. Ich wäre froh, wenn meine Filme so rezipiert werden würden und ich mich nicht mehr mit Genrebegriffen herumärgern müsste
• Wie stehen Sie zum Begriff der Satire?
Vieles in dem Film ist natürlich satirisch überhöht, aber die Grenzen sind fließend. Es wäre doch langweilig in jedem Moment zu wissen, was ernst gemeint ist und was nicht. So leicht will ich es dem Zuschauer nicht machen. Ich will ihn herausfordern. Das ist der Reiz an der Sache.
• Wie lässt sich „Free Rainer – Dein Fernseher lügt“ mit „Die fetten Jahre sind vorbei“ vergleichen?
Am Besten gar nicht. Diese Vergleichsmanie führt doch zu nichts. Wer mit der Erwartung eines dem Vorgänger ähnlichen Films ins Kino geht, verdirbt sich einen schönen Kinoabend.
Meine schönsten Kinoerlebnisse hatte ich immer auf Filmfestivals, wenn ich nicht im Geringsten wusste, was mich erwartet. Am Liebsten wäre mir sogar, die Zuschauer wüssten nichts über die Geschichte und nicht einmal wer den Film gemacht hat. Aber das geht leider aufgrund der Marketingsituation nicht.
• Wie stehen Sie zum Vorwurf der Naivität?
Mir ist klar, dass mein Ansatz des trickreichen Aktionismus wieder Gegenwind bei meinen alten Freunden hervorrufen wird: denjenigen unter den Revolutionären aus dem letzten Jahrhundert, die auf die Seite des Kapitals gewechselt sind und dort jetzt erbittert ihren Verrat verteidigen, indem sie auf alles einhacken, was nach Widerstand aussieht. Ihre Waffe ist der Zynismus, mein Schild die Naivität. Ich spreche aus was schief läuft und wo die Ursache liegt, anstatt stundenlang die traurigen Gesichter der Unterdrückten zu filmen. Klar liege ich manchmal falsch, aber ich habe es wenigstens versucht. In den meisten gesellschaftskritischen Filmen heute wird die Aussage immer weiter reduziert, um bloß nichts Falsches zu sagen. Doch es geht darum bei jedem Film die Hosen ganz und gar runterzulassen. Und hey: wer schlägt schon einen nackten Mann?
• Das heißt, wenn die Medien den Menschen anspruchsvolle Inhalte bieten, dann sind diese auch veränderungsfähig?
Auf jeden Fall. Die Menschen sind nicht so dumm wie das Fernsehprogramm. Das spricht ja nur die einfachsten Geister an – präsentiert den kleinsten gemeinsamen Nenner. Die gleiche Boulevardisierung findet auch bei den Printmedien statt. Wo gibt es noch eine Zeitung ohne einen Artikel über Paris Hilton? Aber das heißt eben nicht, dass alle Leute sich das so wünschen. Sonst könnten wir uns gleich die Kugel geben.
• Sie haben den Film ohne Beteiligung eines deutschen Fernsehsender produziert, warum?
Das war nicht leicht, aber ich wollte frei von Beeinflussung sein. TV-Redaktionsleiter mischen sich gerne massiv in die Arbeit ein, in der Hinsicht habe ich bei den Fetten Jahren sehr schlechte Erfahrungen gemacht. In Frage kommt bei so einem Stoff sowieso nur ein öffentlich-rechtlicher Sender. Dieser hätte sicher darauf gedrängt, seine Rolle positiver darzustellen. Die Unterschiede zwischen öffentlich-rechtlichem und privatem Programm sind aber leider nur noch marginal, beide jagen nach der Quote. Es geht nicht um die Sender, es geht um die Inhalte.
• Was ist die „Message“ des Films?
Der Film will den Menschen zurufen: befreit euren Geist. Macht die Glotze öfter mal aus und lebt euer Leben. Das spielt sich da draußen ab und nicht in dem Kasten.
Ich verwende da gern eine Analogie: man kann sich auch per Lift einen Berg passiv hinauftragen lassen. Oben trinkt man dann eine Cola, guckt kurz in die Ferne und fährt wieder runter. Auf dem Nachhauseweg im Auto fühlt man sich leer.
Ganz anders ist es, den Berg hinaufzuwandern. Du spürst die Steine unter den Füßen, du riechst die Düfte der verschiedenen Klimazonen, den Wald, das Gras, du folgst einem Weg. Du schwitzt und spürst deinen Körper. Oben auf dem Gipfel hast du das Gefühl etwas geschafft zu haben. Dann läufst du wieder hinunter, dein Geist beginnt zu schweben, Körper und Geist vereinen sich. Unten springst du in das kalte Wasser des Sees und fühlst dich wie neugeboren.
Du hast gelebt.
Interview mit Moritz Bleibtreu
Es geht darum: Ist es geil oder nicht geil? - Ein Interview mit Moritz Bleibtreu »
• Was halten Sie vom deutschen Fernsehen?
Ich bin kein Mensch, der sich nur Bildungssendungen ansieht, sondern kann mich auch mal von irgendwelchen Casting-Shows berieseln lassen. Aber das Problem ist, dass die Fernsehmacher bei uns die Zuschauer nicht respektieren, sondern nur noch den kleinsten gemeinsamen Nenner suchen. Wie schon gesagt, ich habe nichts gegen Trash-TV, aber es muss eine Alternative geben. Und die besteht nicht darin, dass Kultursendungen zu einer Schießmichtot-Zeit laufen, wo jeder normale Arbeitnehmer schon schläft. Es gibt keine Ausgewogenheit. Die Programmmacher zeigen keine Verantwortung gegenüber ihrem Publikum mehr. Dass einige Privatsender den Anteil von Informationssendungen drastisch reduzieren wollen, passt da nur ins Bild.
• In 5 000 Haushalten stehen die Quotenmessgeräte, und das wird dann hochgerechnet mit 13.000. Finden Sie das richtig?
Natürlich finde ich das nicht richtig. Es ist ein absoluter Hohn, wenn man davon ausgeht, dass man sowieso erstmal GEZ Gebühren zahlen muss, um für eine Quotenbox überhaupt in Frage zu kommen. Das bedeutet dann nichts anderes, als dass sich dieses Riesenkonstrukt, wo Werbeetats in Millionenhöhe verbraten werden, eigentlich auf nichts stützt. Das ist letztlich eine fiktive Zahl. Das finde ich irre! Wenn man das Ergebnis dann jeden Tag in den Tageszeitungen sieht und nichts weiter diskutiert wird als eben Quote, Quote, Quote und weiß, dass das eine willkürliche Zahl ist, dann ist das schon ein Thema. Und ich hoffe doch, dass das heiß diskutiert wird - auf allen Ebenen.
• Würden Sie denn die Quoten manipulieren wollen, wenn Sie’s könnten?
Der Gedanke ist schon reizvoll, aber für mich wäre das Ganze zu extrem. Zumal ich ja auch selbst Teil der Medienlandschaft bin. Meine Vorgehensweise ist es eher, einen Film darüber zu machen, darüber zu sprechen und die Leute so zu bewegen, nachzudenken.
• Wie sehen Sie die Figur des Rainer?
Das ist eine Figur, die im ersten Drittel des Films, also am Anfang, mehr oder weniger an sich selbst scheitert. Tief drinnen im Innern seines Selbst weiß er wahrscheinlich genau, dass alles, was er macht, Scheiße ist. Aber er redet sich die Dinge schön. Er rechtfertigt alles, was er macht. Er macht sich platt mit allen Ablenkungsmanövern, die das Leben so bereithält: sprich Drogen, Frauen, Alkohol. Aber eigentlich ist er an einem Punkt des Lebens angekommen, wo er gar nichts mehr in Frage stellt, weder sich selbst noch die Dinge, die er tut. Über den Unfall, einen Zufall, fängt er zum ersten Mal in seinem Leben an, sich über sich selbst und dann auch über andere Gedanken zu machen. Er macht eine ganz extreme Wendung und beginnt, sich für viele Dinge zu interessieren, die ihm vorher gänzlich egal waren.
• Regisseur Hans Weingartner hat mit seinen Darstellern Brainstorming-Sitzungen zum Drehbuch abgehalten. Welche Einfälle stammen von Ihnen?
Das kann ich nicht sagen. Als Schauspieler bin ich Teil einer Kette, und ich bin auch nur so gut wie die Kette. Ich freue mich einfach, wenn mich ein Regisseur wie Hans auffordert, sich einzubringen – andere Filmemacher wollen das gar nicht. Aber was von mir kommt, spielt dabei keine Rolle. Es geht nur darum: Ist es geil oder nicht geil?
• Unterschied sich die Arbeit mit Hans Weingartner von der mit Fatih Akin, Tom Tykwer oder Steven Spielberg?
Die Herangehensweisen der Regisseure sind verschieden, weil die Personen verschieden sind. Aber die Arbeit vor der Kamera ist im Grunde immer die gleiche. Allerdings gab es bei Hans Weingartner eine neue Erfahrung für mich. Denn ich habe noch nie auf HD gedreht, und das bietet Möglichkeiten, die du mit 35 mm nicht hast. Auf einer Kassette haben 45 Minuten Platz, du brauchst ein Minimum an Licht, und du kannst daher ganz schnell aus der Hüfte drehen. Und das kommt der Arbeitsweise von Hans sehr entgegen. Er ist jemand, der immer weitermacht: „Hier können wir noch was filmen, und da geht noch was, und lass uns das drehen.“ Auf diese Weise bist du versucht, alles Mögliche auszuprobieren, weil es eben nicht zwei Stunden dauert, eine Szene einzurichten, sondern 10 Minuten. Und da werden die Tage lang.
• Wie sehr hat Ihre Leistung von dieser Spontanität profitiert?
Wenn man bereit ist, in jedem Moment alles umzuschmeißen und neu zu machen, kannst du Momente herauskitzeln und finden, die du so nicht entdeckt hättest. Das hat nicht immer funktioniert. Es gab Situationen, wo ich Hans sagte, es geht nicht weiter, und ich behielt Recht, aber es lief eben auch so, dass mehr in mir drin steckte als erwartet. Auf jeden Fall war dieser ganze Prozess sehr intensiv und körperlich anstrengend. Ich war am Schluss wirklich froh, als der Dreh vorbei war. Und das ist nicht negativ gemeint!
• Vielleicht sollten Sie ausnahmsweise Fernsehen machen. Vielleicht kriegen Sie ja da geregelte Arbeitszeiten.
Vor etwa acht Jahren traf ich die Entscheidung, mich mal ausschließlich über Kinofilme zu definieren. Denn für mich gibt es ein paar grundlegende Unterschiede zwischen Kino und Fernsehen. Beim Fernsehen lässt sich der Zuschauer jede Sekunde ablenken. Dann kann niemand wirklich beweisen, wie viele Leute eine Sendung gesehen haben, anders als an der Kinokasse. Und dort schenkt das Publikum einem Film eben seine ungeteilte Aufmerksamkeit. Außerdem: Warum sollte ich gerade jetzt dem Kino den Rücken zukehren? Wir haben endlich eine Generation von Filmemachern, die andere inspiriert – einen Fatih Akin zum Beispiel, einen Daniel Brühl, einen Hans Weingartner oder einen Tom Tykwer. Unsere Industrie funktioniert, die Leute schauen sich deutsches Kino an – sogar im Ausland, was ich nie erwartet hätte. Und wir sind in der luxuriösen Situation, dass bei uns soviel Geschichten auf der Straße liegen, die wir nur aufheben und machen müssen. Ich bin fest davon überzeugt, aus diesem Land werden immer mehr richtig geile Filme kommen, die um die Welt gehen.
Links
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